Zwischentext

Zum besseren Verständnis der Geschichte in unserer Lesung zwischen Tag 17 und 18: bitte diesen Text lesen.

…hatte, ohne dies kenntlich zu machen. Eigentlich eine klare Sache… und dennoch: Ich bekam es nicht hin, ihn anzuschwärzen. Irgendetwas hielt mich davon ab.

Gedankenverloren blätterte ich die Zeitschrift durch und stieß auf ein Portrait der Co-Autorin Hermine Smith. Sie lehrte offenbar in Cambridge und schien Einiges drauf zu haben. Es wäre doch interessant, wenn ich ihre Einschätzung bekommen könnte, ging es mir durch den Kopf. Nach einiger Recherche fand ich die Telefonnummer ihres Büros heraus. Ich sprach mit ihrer Assistentin und erklärte ihr in meinem angestaubten Schulenglisch mein Anliegen. Sie versprach, ihrer Chefin Bescheid zu geben. Ich machte mir nicht allzu viel Hoffnungen, aber wenig später klingelte das Telefon und eine etwas heisere Frauenstimme fragte: „Good morning, spreche ich mit Dr. Martin Harnack?“

„Am Apparat. Schön, dass Sie zurückrufen, Dr. Smith.“ Ich holte etwas aus, um ihr die Sache darzulegen, und versuchte zu formulieren, was ich von ihr wissen wollte.

„Hm, das ist eine eher unübliche Frage, antwortete sie in ihrem drolligen Britisch-Deutsch. „Aber ich muss gestehen, dass ich Ihr Anliegen nachvollziehen kann. Ich will Ihnen eine ehrliche Antwort geben: Ich habe damals nicht mit Theodor Stange zusammengearbeitet, weil er so ein brillanter Wissenschaftler war. Es war mehr seine charmante Art und sein süßes Lächeln, die mich dazu bewogen hatten, diesen Artikel gemeinsam mit ihm zu veröffentlichen. Eigentlich war das nämlich mein Job gewesen. Er hatte mich, wie man auf Deutsch so schön sagt, bezirzt.“

„Interessant. Und ist Ihnen in diesem Zusammenhang etwas Besonderes aufgefallen?“

Weiter mit Samstag, 18.12.